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Newsletter 1/2006 vom 11.02.2006

11. Februar 2006

Sehr geehrte Unterstützer der Initiative Zukunft in Brand,

heute senden wir Ihnen wieder einen Newsletter, um Sie über den aktuellen Stand unserer Bemühungen im Interesse der Aktionäre und Unterstützer der CargoLifter AG sowie zur Förderung der Leichter-als-Luft Technologie zu unterrichten. Aktuelle Informationen erhalten Sie jederzeit über die Seiten www.zukunft-in-brand.de (beachten Sie hierbei bitte auch das "Forum"), sowie über http://www.cargolifter.info.

Die heutigen Themen:


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1. Aktion zur Kontaktaufnahme mit den CL-Aktionären
2. Förderung von Großluftschiffen weltweit
3. Ermittlungen gegen Ex-Wirtschaftsminister Dr. Fürniß
4. Neues vom "Brand" - Tropical Islands soll nun doch Förderung erhalten
5. Kunstausstellung in Potsdam - wichtiger Erfolgsbeitrag durch IZiB
6. Teegens Flieger: Kostenmehrungen, Terminverzug
7. Die Initiative Zukunft in Brand
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1. Aktion zur Kontaktaufnahme mit den CL-Aktionären
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Um die ca. 68 000 CargoLifter-Aktionäre über die Aktivitäten und Beteiligungsmöglichkeiten der neuen CargoLifter KGaA zu informieren (siehe Newsletter vom Nov. 2005), läuft derzeit noch eine Telefonaktion mit dem Ziel, von möglichst vielen Aktionären ihr Interesse an weiteren Informationen abzufragen, ihre aktuelle Anschrift zu ermitteln und ihre E-Mail-Adresse, falls vorhanden, zu erfragen. Dies soll es ermöglichen, sie möglichst kostengünstig auf dem Laufenden halten zu können.
Eine Reihe von Mitgliedern unseres Vereins betätigen sich als "Call-Center-Agenten". Daneben wurden einige Ex-CargoLifter-Tourguides von der CargoLifter KGaA unter Vertrag genommen. Um auch diejenigen CL-Aktionäre, die keine E-Mail-Adresse haben, sowie all jene, die telefonisch nicht erreicht werden konnten zu informieren, bereiten wir demnächst gemeinsam mit der CargoLifter KGaA eine Massenbriefsendung vor. Der Brief wird in ähnlicher Form wie die "Not-LifterNews" vom Herbst 2002 gestaltet.
Wenn Sie, werter Leser, CargoLifter-Aktionär sind oder waren und noch nicht kontaktiert wurden, möchten wir Sie bitten, sich von sich aus unter Angabe Ihrer Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse unter kontakt@cargolifter.info oder info@zukunft-in-brand.de zu melden.
Siehe auch
http://nl.xeu.de/j.cfm?i=292798&k=55924


2. Förderung von Großluftschiffen weltweit
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Während in Deutschland Bundes- und Landespolitik, sowie Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning die materielle Abwicklung und ideelle Diskreditierung der CargoLifter AG vorantreiben, während die Billiglohn-Arbeitsplätze des unrentablen Spaßbades "Tropical Islands" in der ehemaligen CargoLifter-Werfthalle mit 15 Millionen Euro subventioniert werden und während gleichzeitig der Niedergang des Wirtschafts- und Entwicklungsstandortes Deutschlands gebetsmühlenartig in zahllosen Reden, Artikeln und Talkshows beklagt wird, beginnt in den USA der Aufbau der Leichter-als-Luft-Technologie als neuer Zweig der Luft- und Raumfahrtindustrie. Eine Studie des US Verteidigungsministeriums kam 2004 zu dem Schluss, dass eine gemeinsame Anstrengung von militärischen Stellen und zivilen Firmen nötig sei, um die USA zum Marktführer des neuen Industriesegmentes zu machen. Siehe die Militärpublikation "Transformation Trends" vom 22. Juli 2004 Transformation Trends-22 July 2004 Issue.pdf (PDF-Datei, 380 KB, 10 Seiten).
Die Technologiefinanzierung findet dabei analog zu früheren Projekten wie den ersten Jets (Boeing 707) oder Großraumflugzeugen (Boeing 747) über den Militärhaushalt statt. Sowohl extrem hoch fliegende Stratosphärenluftschiffe ("Höhenplattformen") als auch Transportluftschiffe sind in der Entwicklung viel weiter vorangeschritten, als bisher bekannt war. Die Skunk Works®, die traditionsreiche Innovationsschmiede von Lockheed Martin, die bereits Flugzeuge wie die U2, die Mach-3-schnelle SR-71 oder den Tarnkappenbomber F-117 entwickelt haben, sind für die Produktion einer zivilen und militärischen Variante eines unbemannten Stratosphärenluftschiffes (Antrieb mit 500 KW über Solarzellen und Brennstoffzellen) ausgewählt worden.
Lockheed Martin hat für die Erstellung eines ca. 150 Meter langen Prototypen 149,2 Millionen Dollar von der DARPA (Forschungsbehörde des US Verteidigungsministeriums) erhalten. (Siehe Defense Industry Daily vom 16.1.2006) Vorher flossen bereits 2 Mio. USD für ein Konzept und 40 Mio. USD für einen weitergehenden Entwurf. Die Blimps sollen für Telekommunikationsaufgaben, zur militärischen Überwachung und später auch als Abschussbasen für Anti-Raketen-Raketen dienen. Lockheed kann beim Bau auf die in den 30er Jahren gebaute Luftschiffhalle in Akron, Ohio zurückgreifen.
Unabhängig davon verfolgt "Sanswire" sein etwas kleineres Projekt einer Telekommunikationshöhenplattform. Das Unternehmen hat einen Zellen-Prototypen bereits fertiggestellt. An der technischen Entwicklung des Sanswire Projekts ist mittlerweile auch das Unternehmen TAO und die Universität Stuttgart beteiligt, beide vertreten durch Professor Bernd Kröplin, ehemals Technikvorstand der CargoLifter AG. Siehe http://www.sanswire.com/press/20051012.html)
Zusätzlich werden im Irakkrieg bereits ferngesteuerte Blimps als niedrig fliegende Kommunikationsrelais erprobt und die US Sicherheits-Firma "Blackwater" aus North Carolina (ein Unternehmen, das unter anderem Söldner für den Irak "vermietet"), entwickelt gerade ein neues Modell für diesen Zweck.
Jüngstes Glied der militärischen US-LTA Entwicklungsreihe sollte das Projekt "Walrus" werden, ein militärisches Transportluftschiff für eine Nutzlast von 500 bis 1000 Tonnen, dessen Prototyp in etwa 4 Jahren fliegen sollte und dessen Entwicklungskosten bis zum Prototyp auf etwa 3 Milliarden USD geschätzt wurden. Zwei Firmen hatten die erste Hürde genommen und von DARPA (Defence Advanced Research Project Agency) 3 bzw. 3,3 Millionen US Dollar für eine erste detaillierte Konzeptausarbeitung erhalten: Lockheed Martin sowie World Wide Aeros, die vor 5 Jahren von zwei Ex-Sowjetbürgern in den USA gegründet wurde. Walrus war nicht wie der CargoLifter CL 160 als ziviler fliegender Kran gedacht, sondern als militärisches Landungsluftschiff für komplette gepanzerte Einheiten (Defense Industry Daily 21. Oktober 2005). Walrus wird nach jüngsten Angaben von DARPA und Lockheed-Martin nicht über die Projektphase I hinaus
entwickelt werden. Der US Kongress hat für das Projekt im Haushaltsjahr 2006 keine Finanzmittel bereitgestellt (vermutlich wegen einer durch den Irak-Krieg bedingten Finanzknappheit). Mit den bereits bewilligten Geldern soll aber die Phase I abgeschlossen werden.

Völlig überraschend ist selbst für Fachleute, dass Lockheed bereits einen fliegenden Prototypen für ein Hybrid-Luftschiff entwickelt hat. Das Projekt wird von Lockheed-Martin als "unabhängig von der Walrus Finanzierung" bezeichnet.
Der Erstflug des bemannten, P-791 genanten Erprobungsträgers fand am 31. Januar in Palmdale, Californien statt. Eigentlich sollte das Ereignis geheim gehalten werden, aber aufmerksamen Autofahrern gelang es, Fotos des Prototypen zu schießen.
Aviation Week 5.2.2006 (http://www.abovetopsecret.com/forum/thread194074/pg1)

Nach unseren eigenen Recherchen war Lockheed Chef-Testpilot Eric P.Hansen beim Jungfernflug am Steuer. Die "P-791 Miniversion" hat etwa ein Viertel der Länge des später geplanten Luftschiffhybriden. Das Fluggerät ist streng genommen kein Luftschiff, weil es durch etwa ¾ statischen und ¼ dynmischen Auftrieb in der Luft gehalten wird. Es braucht deshalb eine kurze Start- und Landefläche, was für seinen Einsatzzweck als Militärtransporter aber weniger wichtig ist als die höhere Nutzlast, die durch diese Konstruktion gegenüber einem echten Luftschiff erreicht werden kann. Das gewählte Layout, es ähnelt stark dem Skycat Entwurf von ATG, birgt viele Probleme für die Entwicklungsingenieure. Mit steigendem Volumen der Erprobungsträger werden sie exponentiell anwachsen. Grundsätzlich besteht an der Durchführbarkeit des Lockheed Projektes aber kein Zweifel, und die Ingenieure der "Skunk Works" haben einen hervorragenden Ruf.
Lockheed Martin hatte den Zeitplan seines "battle blimps" wegen einiger unvorhergesehener Schwierigkeiten bei der Entwicklung bereits um etwa ein Jahr überzogen; was in den US Medien genauso wenig thematisiert wurde, wie Zweifel an der technischen, finanziellen oder flugbetrieblichen Machbarkeit von Großluftschiffen allgemein.
Grundsätzlich steht jetzt die Frage im Raum, ob in Brandenburg andere Naturgesetze und "Wirtschaftssysteme" herrschen als in den USA. (Siehe auch nächstes Kapitel "Ermittlungen gegen Fürniß").
In Deutschland waren sich die Eliten in Politik und Wirtschaft, sowie viele "Experten" darüber einig, dass die Cargolifter Projekte CL 160, der Lastballon CL 75 und die Höhenplattform nicht machbar gewesen seien - sowohl technisch als auch finanziell. In den Medien wurde erwogen, ob es sich um Größenwahn, wenn nicht Betrug gehandelt habe.
Der Insolvenzverwalter Dr. Rolf Mönning, dessen intellektuelle und professionelle Grenzen spätestens durch seine zahllosen verlorenen Gerichtsverfahren gegen CargoLifter Aktionäre und CL Mitarbeiter offensichtlich wurden, vermutete zu Beginn des Insolvenzverfahrens im TV, dass es sich bei CargoLifter "um eine Art Bauherrenmodell" gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft werde wohl ermitteln. Eine Prophezeiung, die durch seine eigene - in diesem speziellen Fall - rastlose Tätigkeit zur Realität wurde. Allerdings wurden die Ermittlungen bald ergebnislos eingestellt. Später meinte er klarstellen zu müssen, dass er "für Gläubiger, nicht für die Gläubigen [des Carl von Gablenz]" zuständig sei. Folgerichtig erweckte er zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Rettung des Unternehmens und der LTA Technologie am Standort Deutschland für ihn ein Anliegen sei, dass ihn um den Schlaf brächte. Im Gegenteil behauptete er mehrfach, es gäbe weltweit keine Luftschiffaktivitäten - das sicherste Mittel um rettende Investoren bei CargoLifter abzuschrecken.


3. Ermittlungen gegen Ex-Wirtschaftsminister Dr. Fürniß
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Nun endlich doch! Gegen den Brandenburger Ex-Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Fürniß ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam wegen des Verdacht der Untreue und Bestechlichkeit.
Schon zu Beginn des CargoLifter-Insolvenzverfahrens ist das Verhalten von Fürniß sowohl von einigen Politikern wie auch vom CargoLifter-Vorstand scharf kritisiert worden. Zusammengefasst ist diese Kritik in einem Statement des CL-Aufsichtsrates aus dem Jahr 2004. Diese Kritik hat nichts an Gültigkeit und Aktualität verloren und wird deshalb nochmals zur Lektüre empfohlen: http://www.zukunft-in-brand.de/clstatement.html?&L=0
Wesentliche Punkte darin sind: die unverständliche Bevorzugung der Chipfabrik Frankfurt/Oder gegenüber CargoLifter bei der Förderung und die seltsame Koinzidenz mit hohen Privatkrediten, die der Minister aus Dubai erhielt. Das Emirat war bekanntlich stark in der Chipfabrik engagiert.
Dies konnte auch der Brandenburger Landtag nicht auf sich beruhen lassen. Auf Antrag der SPD-Fraktion setzte er einen Untersuchungsausschuss "zur Aufklärung der Verantwortung der Landesregierung für die Vorbereitung und Realisierung des Investitionsvorhabens Chipfabrik in Frankfurt(Oder)" ein. Der Ergebnisbericht ist im August 2004 vorgelegt worden: 7770.pdf (2 MB, 318 Seiten)
In dessen Zusammenfassung (Seiten 308 - 316) wird sehr eindeutig festgestellt, dass Fürniß Landtag und Kabinett belogen hat, dass das Management der Chipfabrik katastrophal war und dass die Landesregierung, also insbesondere der verantwortliche Minister, diesem Chaos tatenlos zugesehen hat. Aber die Kritik ging weiter, als die Landes-Rechnungshofpräsidentin Gisela von der Aue den Jahresbericht 2005 vorstellte: Als Beispiel von Geldverschwendung nannte Gisela von der Aue die Landesbeteiligung an der gescheiterten Chipfabrik in Frankfurt (Oder). Dafür habe das verantwortliche Wirtschaftsministerium 78 Millionen Euro bereit stellen lassen. Schon im Herbst 2001 sei das Scheitern des Großprojektes klar gewesen. "Die Landesregierung hätte sich an diesem Projekt niemalsfinanziell beteiligen dürfen", sagte von der Aue.
Nach Medienberichten prüft die Generalstaatsanwaltschaft, ob gegen Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß wegen Untreue ermittelt werden soll. Nachzulesen ist dies in der Berliner Zeitung vom 29.10.2005: http://www.berlinonline.de
Am 13. Dez 2005 meldete dann endlich dpa:
Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Brandenburgs ehemaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU). Auch gegen den ehemaligen Staatssekretär Wolfgang Vogel im Brandenburger Wirtschaftsministerium werde ermittelt. Beide stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit der Finanzierung der Chipfabrik im Verdacht der Untreue. Gegen Fürniß bestehe zudem der Verdacht der Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der Gewährung eines Darlehens in Höhe von einer Million US-Dollar (heute etwa 838 700 Euro) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Potsdam und des Landeskriminalamtes seien zahlreiche Objekte in Brandenburg, Bayern, Berlin und Hessen durchsucht worden. Davon war auch das Potsdamer Wirtschaftsministerium betroffen.
Spiegel online ergänzt noch, dass kartonweise Akten beschlagnahmt wurden und dass auch die Privatwohnungen der Verdächtigen durchsucht wurden:
http://nl.xeu.de/j.cfm?i=292799&k=55924


4. Neues vom "Brand" - Tropical Islands soll nun doch Förderung erhalten
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Tropical Islands kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem klammheimlichen Weggang von Colin Au musste sein Nachfolger, Ole Bested Hensing, für das erste Geschäftsjahr einen Verlust von "10 bis 20 Mio. Euro" eingestehen. Auch für 2006 rechnet er mit Verlusten, die diejenigen des ersten Jahres noch übersteigen werden. Begründet wird das mit erforderlichen Umbaumaßnahmen, die eine Schließung des Spaßbades während der Nachtstunden und eine Vollschließung für 6 Wochen im Herbst erfordern. Für 2007 rechnet Hensing mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Die Analystin der Rating-Agentur S&P, Sharon Wong, ist da anderer Meinung: "we do not expect this project to break even for the next three years" (http://www.newratings.com/analyst_news/article_1177037.html.)
Die Hilfe in der Not, die CargoLifter seinerzeit vom Bund und Land Brandenburg versagt blieb, kommt nun vom Brandenburgischen Wirtschaftsministerium für TI. Obwohl Colin Au und der Insolvenzverwalter Mönning beim Abschluss des Kaufvertrages für die CargoLifter-Halle noch erklärt hatten, das Unternehmen würde die Anlage ganz ohne Fördermittel bauen, wurde dann doch ein Förderantrag über 13,5 Mio. gestellt. Anfang 2004 sah Wirtschaftsminister Junghanns "keine Chance" für Fördermittel (dritter Artikel von oben). Jetzt wurden vom Landesförderausschuss 15 Mio. Euro bewilligt, wie die Märkische Allgemeine als erste berichtete.
Pikanterweise brüstet sich der Insolvenzverwalter auf seiner Homepage "Das Förderverfahren wurde im öffentlich-rechtlichen Bereich von Herrn Rechtsanwalt Claus-Dieter Härchen (Mönning & Georg, Aachen) begleitet." (http://www.moenning-georg.de/tropical_island1.htm)

Als Auflagen für die Auszahlung der Förderung werden genannt:
(1) Erhalt von 501 Arbeitsplätzen für 3 Jahre. - Arbeitsplätze freilich, die in keiner Weise vergleichbar sind mit den anständig bezahlten und teils hochqualifizierten Arbeitsplätzen bei CargoLifter. Außerdem sagte Verdi-Landeschef Werner Ruhnke: "Doch in der Halle soll nicht nur tropisches Klima, es müssen auch deutsche Arbeitsbedingungen herrschen". Es gehe auch darum, dass für die 500 Jobs Tariflohn gezahlt werde.
(2) Eine Ausfallbürgschaft des Mutterkonzerns Tanjong plc für den Fall einer Insolvenz von Tropical Islands. Die Märkische Allgemeine berichtete kürzlich, dass Tanjong noch nicht bereit sei, die Auflagen zu erfüllen.

Kritik kam von mehreren Bundestags- und Landtagsabgeordneten so auch von Cornelia Behm (Bündnis90/Grüne) in einer Pressemitteilung: "...Die Gewährung weiterer 15 Millionen Euro öffentlicher Mittel kommt einer nachträglichen Erstattung des Kaufpreises durch das Land gleich und zeigt, wie seriös die Landesregierung mit ihren eigenen Vergabekriterien umgeht."
Befürworter heben hervor, dass Tanjong nach Auszahlung der Förderung selber auch 15 Mio. Euro für TI zur Verfügung stellen will. Dieses Geld dürfte aber kaum reichen, den für 2006 erwarteten Verlust zu bezahlen.

Auch der Vorwurf, TI sei die "größte Energieschleuder" - so Experte Dipl.-Ing. Detlef Bramigk von der Gesellschaft für rationelle Energieverwendung (GRE) - erhielt neue Nahrung und zwar durch die Pressesprecherin von TI, Kathrin Schaffner, die in einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen zur Frage nach der Schneelast erklärte: "Die Luft ist hier in der Regel 20 Grad höher als die Außentemperaturen. Der Schnee schmilzt bei dieser Wärme gleich weg."

Ein geteiltes Echo haben die Pläne Tropical Islands, vor der Halle in Brand Unterkünfte mit zusätzlich 5000 Betten schaffen zu wollen, in der Region ausgelöst. Dieter Günzel, Vorsitzender des Fremdenverkehrsverbands in Lübben, redet von "Wunschvorstellungen". "Diese Pläne sind illusorisch", sagt er. "5000 Betten in dieser Randlage bei Brand halte ich für Blödsinn. Sie sind nicht rentabel zu bewirtschaften. Wer heutzutage eine derartige Bettenanzahl füllen will, ist für mich unglaubwürdig."

Inzwischen wurde bekannt, dass Tanjong mit den Förderauflagen erhebliche "Bauchschmerzen" zu haben scheint: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10635923/485072/ Das erscheint durchaus verständlich, denn was nützen Fördermittel, wenn sie nicht ausgegeben werden dürfen, sondern für eine Bürgschaft rückgestellt werden müssen? Schon CargoLifter hatte das Problem, dass die als eigenkapital-ähnliche Mittel verbuchten Fördermittel für die Werfthalle im Insolvenzverfahren plötzlich auf der anderen Seite der Bilanz als Schulden auftauchten.
-km-


5. Kunstausstellung in Potsdam - wichtiger Erfolgsbeitrag durch IZiB
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Am 12. November 2005 fand in den Räumen des Brandenburgischen Kunstvereins Potsdam die Eröffnung der Ausstellung "Verpasste Gelegenheiten - Symptome der Überforderung" statt. Unser Aufruf an die Mitglieder, sowie im ZiB-Forum und im Newsletter, gefaltete Papierflieger an den Kunstverein einzuschicken, fand ein beachtliches Echo. Der Urheber der Papierflieger-Installation, der Künstler Shahram Entekhabi, konnte sogar mehr als die 470 Flieger aufhängen, die er sich vorgenommen hatte. Eine Delegation unseres Vereins besuchte die Ausstellungseröffnung und wurde herzlich empfangen.
Inhaltlich waren wir recht angetan über die Ernsthaftigkeit, mit der die teilnehmenden Künstler (Silvia Beck, Shahram Entekhabi, Judith Siegmund) sich mit dem Thema CargoLifter auseinandergesetzt hatten. Zwar zum Teil kritisch, aber gänzlich ohne die Häme und Verständnislosigkeit, die wir sonst leider vielfach gewöhnt sind.
In dem Kurzfilm "Annelie Kubicek - die Mutter der Luftschiffe" "interviewt" Judith Siegmund eine fiktive Ex-CargoLifter-Ingenieurin, die vorgeblich die Konstruktionsunterlagen des CL 160 kopiert und mit zu sich genommen hat und nun wie besessen daran weiterentwickelt. Sie berichtet über ihre Zeit bei CargoLifter und warum sie glaubt, die Luftschiffpläne vollenden zu können. Mit der Einführung eines "Luftschiff-Cent" ähnlich des Kulturpfennigs der DDR will sie die Umsetzung schließlich finanzieren. Der Film ist halb dokumentarisch, halb fiktiv und hat für CargoLifter-Insider einen gewissen Wiedererkennungswert.
Die Ausstellung befasste sich übrigens nicht ausschließlich mit CargoLifter, sondern auch mit anderen Aspekten von "verpassten Gelegenheiten".
Am 8. Dezember fand dann ein Podiumsgespräch zum Thema "Arbeit zwischen Utopie und Image" statt. Es ging um "Wirtschaftsfördermodelle des Landes Brandenburg - vom Großprojekt zum Clusterobjekt. Auf dem Podium waren neben Thomas Grimm (Autor), Heiko Müller (wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion des Brandenburgischen Landtages), Sascha Liebermann (Soziologe), Judith Siegmund (Künstlerin) auch Mirko Hörmann, Vorstand der neuen CargoLifter KGaA.

6. Teegens Flieger: Kostenmehrungen, Terminverzug
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Sie erinnern sich: In 2000/2001 hat der selbsternannte Luftschiffexperte Heiko Teegen CargoLifter mit seiner Behauptung, der CL 160 sei nicht machbar und CargoLifter sei nichts als ein großangelegter Betrug an Kleinanlegern, großen Schaden zugefügt. Nun ist das von ihm selbst nach der CargoLifter Insolvenz begründete, mit 13 Millionen Euro staatlich geförderte Kleinflugzeugprojekt TT 62 nach dem Erstflug des Prototypen in starke Turbulenzen geraten.
Die Leistungsdaten und Flugeigenschaften des Flugzeuges sind so ungenügend, dass praktisch ein Neuentwurf nötig ist. Der Verkaufspreis des Flugzeuges wird nach den notwendigen Änderungen stark ansteigen. Die wesentlichen Designziele des Projektes sind damit verfehlt. In der Luftfahrtpresse wird deshalb die Fortführung des Projektes in Frage gestellt. Angekündigt war ein Flugzeug, das "die allgemeine Luftfahrt revolutionieren" sollte. Versprochen wurden hervorragende Leistungsdaten, sehr niedrige Betriebskosten und ein konkurrenzlos günstiger Anschaffungspreis. Interessenten, die bereit waren, im Voraus Anzahlungen zu leisten, war ein günstiger "Festpreis" zugesichert worden.

Siehe http://www.hp-aircraft.de/presse/artikel_pilot_10_05.htm
TT 62 war das Projekt des Luftfahrtjournalisten Heiko Teegen, der sich auch als "Flugexperte" bezeichnete, jedoch in Luftfahrtkreisen einen bestenfalls zweifelhaften Ruf hatte. Trotzdem wurde er zur wahrscheinlich wesentlichsten Quelle der öffentlichen Beurteilung von CargoLifter. Heiko Teegen hatte seinen persönlichen und den Bekanntheitsgrad seiner Zeitschrift "Pilot und Flugzeug" steigern können, indem er der CargoLifter AG wiederholt Betrug von Kleinaktionären vorwarf. Teegen verfasste im Aktienforum "Wallstreet Online" über Monate hinweg offenkundig unter etwa einem Dutzend verschiedener Pseudonyme Beiträge gegen CargoLifter. Diese Beiträge wurde von Journalisten als Quelle für Berichte genutzt, er selbst später als "Chefredakteur, Luftfahrtexperte und Berufspilot" immer wieder zitiert oder als Experte befragt, so z.B. von der "Financial Times Deutschland", dem "Stern", dem WDR, SFB und NTV. Eigenen Angaben zufolge gelang es ihm, durch seine Medienarbeit den Aktienkurs der CL AG zu halbieren.
Ob seine Agitation auch den plötzlich einsetzenden Gegenwind bei der Landes- und Bundespolitik begünstigte, ist schwer einzuschätzen.
Heiko Teegen ist 2003 überraschend verstorben.


7. Die Initiative Zukunft in Brand
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Die Initiative Zukunft in Brand ist ein Verein zur Vertretung der Interessen der Aktionäre und Unterstützer der CargoLifter AG i.I.
Satzungsgemäßes Ziel des Vereins ist es, das in die CargoLifter AG investierte Vermögen der Aktionäre und Wandelschuldgläubiger zu schützen, und zwar vornehmlich dadurch, dass die CargoLifter AG erhalten bleibt, das gegen ihr Vermögen eröffnete Insolvenzverfahren aufgehoben wird und ein Geschäftsbetrieb, vornehmlich zur Nutzung der Leichter-als-Luft-Technologie, wieder aufgenommen wird.

Auch wenn dieses Ziel in weite Ferne gerückt zu sein scheint, werden wir alle sich bietenden Gelegenheiten nutzen, es doch noch zu erreichen.
Darüber hinaus unterstützen wir auch alle Bemühungen, den CargoLifter-Aktionären Beteiligungs- und Gewinnmöglichkeiten im Bereich der Leichter-als-Luft-Technologie zu vergünstigten Konditionen zu ermöglichen.

Auch über Ihren Beitritt würden wir uns freuen (falls Sie nicht bereits Mitglied sind). Der Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Euro jährlich. Auf unserer Internet-Seite http://www.zukunft-in-brand.de/mitmachen.html finden Sie alles, was Sie zu einem Beitritt brauchen.


Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand der Initiative Zukunft in Brand


Initiative Zukunft in Brand e.V.
Postfach 280 115
01141 Dresden

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